Etappe 8: Vallezan – Tignes Val Claret

Etappe 8: Vallezan – Tignes Val Claret

Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen…

Es ist echt erstaunlich, dass der Körper einfach weiß, wann er performen muss. Heute war so ein Tag. Viele Kilometer, viele Höhenmeter und alles easy bewältigt. Aber der Reihe nach.

Der Vormittag war eine relativ lange Übergangsstrecke, um zum Refuge de Rosuel und dem Vanoise-Massiv zu kommen. Es ging zuerst hinunter von Vallezan und dann entlang eines Flusses, bis es dann durch einen Waldweg und entlang eines anderen Flusses zum Refuge ging. Die wunderbare Aussicht auf die Berge wurde jedoch erst gegen Ende sichtbar. Schon jetzt war ich froh, dass der Großteil des Weges im Schatten der Bäume verlief. Man merkt, dass ich dem Äquator näher komme.

Nach einer kurzen Mittagspause merkte ich kurzzeitig wieder, wie der Körper, wie auch in den letzten Tagen, Energie für die Verdauung verbrauchte und so musste ich auf den ersten Metern des Anstiegs einige kleiner Pausen einlegen. Nach einer kurzen Pause auf einer Aussichtsplattform, auf der man den Gurraz Wasserfall auf der anderen Seite sehen konnte, der wie in Zeitlupe gen Tal fiel, ging es weiter durch den Wald bergauf.

Raus aus dem Wald und über ein paar Felsen stand ich auch schon auf einer riesigen Hochebene. Das war so unfassbar für mich, dass hier auf 2300m einfach eine Ebene war, als wäre nichts, ein Fluss plätscherte dahin, wunderschöne Wiesen, rundherum noch höhere Berge. Ich hatte Gänsehaut und sog für ein paar Minuten alles in mich auf. Eine kühle Brise machte die Sonne vergessen. Nach ein paar Minuten ging ich den Weg weiter und kam schließlich in den Parc National de la Valnoise.

Auch dieser sollte nicht enttäuschen. Neben gefühlt 1000 Murmeltieren, die sich hier tummelten, war da dann noch plötzlich eine riesen Kuhherde auf einer riesen Ebene, Schneefelder, Seen. Einfach nur wunderschön. Ich empfehle jedem, hier mal herzukommen und sich das Ganze mit eigenen Augen anzusehen. Ich würde fast behaupten, dass es das schönste Fleckerl Natur ist, das ich je gesehen habe.

Neben all den Eindrücken ging es stetig auch noch weiter bergauf zum Refuge du Col du Palet und weiter zum Col du Palet, welcher mit 2652m der dritthöchste Punkt der gesamte Tour ist. Ich wollte eigentlich im Refuge einkehren, wurde jedoch informiert, dass aufgrund von Wassermangel seit Mitte Juli nur die Schlafbereiche offen sind. Bei der Hitze in den letzten Tagen hatte ich heute schon ein paar Mal darüber nachgedacht, wie dankbar ich bin, dass ich eigentlich uneingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser habe.

Vom Col du Palet ging es dann noch durch ein Skigebiet hinunter nach Tignes. Die Aussicht auf die umliegenden Berge wurde ein bisschen durch die viele Skilifte getrübt, aber war trotzdem schön. Da ich mich für die Variante GR55 entschieden hatte, bog ich am Ende nach Val Claret ab. Auch wenn ich dachte, dass dieser Skiort im Sommer sicher eine Geisterstadt ist, so war doch einiges los. Ein langer Tag war zu Ende. Völlig überwältigt von all den Eindrücken heute, ging ich schnell zum Abendessen und schlief dann schnell ein.

Hard Facts:

  • Strecke: 32,1 km
  • Aufstieg: 2010 m
  • Abstieg: 1073 m
  • Höchster Punkt: 2652 m
  • Niedrigster Punkt: 713 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

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