Etappe 1: Hörmannser See – Karlstift

Etappe 1: Hörmannser See – Karlstift

Gut geplant, ist halb gewonnen…

Nach einem anstrengenden Wochenende war um 6:00 Tagewache und nach dem ersten Schluck Kaffee begann ich, meinen Rucksack zu packen. Ich würde am Abend merken, dass ich eventuell den zweiten Schluck abwarten hätte sollen. Um 7:00 stieg ich ins Auto und wurde von meiner wunderbaren Mama mitten ins Nirgendwo zum Hörmannser See gebracht.

Es warteten 4 Stunden Marsch auf mich, um bis zum eigentlichen Startpunkt des Nord-Süd Weitwanderwegs zu gelangen und anschließend noch einmal 6 Stunden bis nach Liebenau zum heutigen Ziel. Was Mann nicht alles für einen Projektnamen tut! Nach einem kurzen Gespräch mit einem Nordic Walker, der gerade seine Morgenrunde drehte, verabschiedete ich mich, folgte und überholte den Nordic Walker wenig später. Ich hatte es also noch drauf.

Über ein paar Feldwege kam ich schnell auf die Strecke des Weitwanderweges 08, welcher mich bis zum Nebelstein begleitete. Ich kam an einem riesigen, alten und verfallenen Bauernhof vorbei – da hat wohl wer sein Hab und Gut zurückgelassen – und begrüßte die arbeitenden Bauern mit dem klassischen „Kurz zum Hut greifen wie ein Cowboy“-Gruß. Nach einer ersten kurzen Pause auf einer Bank und dem ersten Müsliriegel der Wanderweg machte ich das nächste Mal halt in Weitra. Es war ein weitra Stopp, um einen Müsliriegel aus meinem Rucksack zu holen, jedoch ist die Stadt selbst auch ziemlich ansehnlich mit ihren altertümlichen Gebäuden.

Weitra ging es durch Wultschau und an Maißen vorbei, die maißte Strecke auf Feldwegen oder durch einen Wald. Für so eine lange Etappe war heute das perfekte Wetter und auch wenn es hin und wieder leicht donnerte, so hielt das Wetter und es war sehr angenehm. Nach dem ersten kleineren Anstieg war ich auch schon bei der Nebelsteinschutzhütte und war bereit, mir mein erstes Stemperl-Zitron zu holen und einen saftigen Schweinsbraten zu verzehren, da es mittlerweile kurz vor 13:00 Uhr war.

Zu meiner Enttäuschung erfuhr ich von 3 Wanderkolleginnen, dass Montag Ruhetag war. Bravo Lukas! Trotzdem legte ich eine kleine Pause ein und verzehrte meinen Proviant, während ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft in Liebenau machte. Leider wurde mir beim Lesen auf der Homepage des Gasthofes nicht ganz klar, ob heute dort auch Ruhetag war. Deshalb entschloss ich mich, auf einen Rückruf zu warten, das alternative Hotel konnte ich noch immer buchen, auch wenn es etwas teurer wäre.

Etwas benebelt – entweder von der Enttäuschung über den verpassten Stempel oder vom Berg – machte ich mich also wieder an den Abstieg und gelangte so zum Anfangsstein des 05ers. Von jetzt an verlief alles sehr angenehm, durch Wald und Wiese und immer mal wieder neben einem Bach ging es vorwärts. Nach einer kurzen Pause und einem Gespräch mit 2 Schwammerl sammelnden Brüdern merkte ich schön langsam, dass ich meine Füße in der Früh nicht mit Hirschtalgcreme eingeschmiert hatte. Ein paar Druckstellen machten sich bemerkbar und mittlerweile war auch der bekannte dritte Stein in den Schuh geraten, also war es Zeit diese auszuleeren.

Nachdem ein Radfahrer aus dem Nichts auf einem Waldweg hinter mir aufgetaucht war und mir beinahe einen sogenannten „Herzkasperl“ beschert hatte, war ich wieder etwas munterer und war dann recht rasch auch in Karlstift. Da ich mittlerweile etwas Hunger hatte, kehrte ich im Gasthof ein, da ich sowieso einen Stempel brauchte und versuchte, während ich auf mein Essen wartete, noch einmal mein Glück in Liebenau. Leider vergeblich, ich musste online auch feststellen, dass im Hotel nur Zimmer ab 5 Tagen zu haben sind. Mit einem Blick auf die Uhrzeit und auf die morgige Etappe entschloss ich mich also, den heutigen Tag zu beenden und im Gasthof zu übernachten.

Ein sehr anstrengender erster Tag, bei dem ich am Wochenende sehr lange Stehzeiten hatte, auch wenn wir diese eigentlich sehr kurz gehalten hatten.

Hard Facts:

  • Strecke: 32,6 km
  • Aufstieg: 804 m
  • Abstieg: 483 m
  • Niedrigster Punkt: 517 m
  • Höchster Punkt: 1017 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

4 Antworten

  1. Gert sagt:

    Das ist aber seltsam mit den Quartieren in Liebenau. Im Hotel steigen eigentlich immer wieder mal Weitwanderer ab, das 5-Nächte-Minimun wäre neu.

    Der Landgasthof ist eigentlich sehr gemütlich, hat aber nur am WE Gasthausbetrieb, genächtigt kann immer werden. Aber wenn keiner daheim ist zum Telefonabheben, bringt dir das halt auch nichts.

    Und einen Reiterhof mit ein paar Zimmern hätte es auch noch gegeben…

    Für morgen: In Schönbach (so du dich ans Bücherl hältst) gibt’s das Lindenstüberl und die Pension Rößl zum übernachten (beide zumindest am Telefon sehr nett – mehr kann ich noch nicht sagen)

    Alles Gute auf deinem Weg, am Sonntag geht’s für uns am Nebelstein los!

    • Luki sagt:

      Ich hätte wohl einfach mal im Hotel anrufen sollen, hab jetzt schon von ein paar gehört das sie dort übernachtet haben 😀

      Danke für die Tipps in Schönbach!
      Und ich wünsche euch einen wunderbaren Start in die Tour 🙂

      • Gert sagt:

        In Elsenreith gibt’s eh nur das eine Gasthaus (auch da: telefonisch sehr nett, kocht für uns auch am Ruhetag aus)

        In Spitz lege ich dir das Cafe Bruckner ans Herz, da hab ich schon mal übernachtet, gut und günstig. Den Original-Stempel gibt’s übrigens beim Goldenen Schiff.

        In Schönbühel gibt’s dermal nicht genug Zimmer für uns, da weichen wir gleich auf Melk aus (in der Pension Babenberger sind die DZ günstiger, im Weißen Lamm die EZ).

        St. Leonhard a. F.: gibt’s eh nur den Rappersberger – hat das letzte Mal super gepasst!

        Und die Burg Plankenstein solltest du dir nicht auch entgehen lassen. Nicht ganz so billig, aber lässige Location und Mega-Frühstück!

        • Luki sagt:

          Danke für die vielen Tipps <3

          Für heute bin ich im Lindenstüberl in Schönbach eingekehrt, da gibt es seit ein paar Monaten auch Übernachtungsmöglichkeiten 🙂

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