Etappe 12: Eisenerz – Radmer an der Stube

Etappe 12: Eisenerz – Radmer an der Stube

Das Revier nicht gut markiert…

Nachdem heute eine leichte und nicht sehr lange Etappe geplant war, erledigte ich am Vormittag einige organisatorische Dinge und buchte nach dem Frühstück ein paar Hütten im Vorhinein. Schließlich konnte ich mich aufraffen und startete um 10:30 aus dem Quartier in Richtung Radmer an der Stube.

Zuerst hatte ich mir eigentlich überlegt, das Tagwerk am Erzberg zu besichtigen, jedoch verwarf ich die Idee schnell, da ich nicht extra Kilometer gehen wollte. Zuerst ging es kurz durch die schöne Eisenerzer Innenstadt und dann über einen Feldweg nach Hohenegg und Paiglar. Von dort hieß es dann eine Straße entlang zu gehen, vorbei an einem Schießstand und einer Skisprung-Übungsschanze. Am Ende folgte ein Forstweg, der mich zum Radmerhals führte und bei dessen Aufstieg einige Waldstücke zu queren waren.

In Gedanken folgte ich immer dem Forstweg und kam so in eine Sackgasse, wo mir ein LKW-Fahrer mit verdutztem Blick vom Erde ableeren entgegenkam. Ich ging den Weg also zurück und überprüfte am Handy die Route. Tatsächlich war ich falsch gegangen, jedoch führte die angezeigte Route entlang der sich vereinigenden Bacherl in den Lahngraben hinein. Das Problem war nur, dass da kein Weg war. Mein Entdeckergeist war natürlich gleich geweckt und ich glitt einen aufgeschütteten Erdhaufen am Rande des Baches hinunter ins Grüne. Es war ein Trampelpfad zu erkennen, dem ich konzentriert folgte und wo ich dann auch die erste rot-weiß-rote Markierung fand. Stolz auf mich und zu 100% überzeugt von mir, folgte ich also am ersten Tag, an dem ich wieder allein navigierte, diesem Pfad.

Abenteuerlustig sprang ich über Baumstämme, die den Fluss querten, rauschte durch das hohe Gebüsch, durchquerte kniehohe Brennnesseln und kam schließlich zu einem Punkt, an dem ich dem Fluss entlang nicht mehr weiterkam. Ich entschloss mich, ein wenig an Höhe zu gewinnen, da die Route auf dem Handy sich auch ein wenig vom Bach entfernte. Gequält bewegte ich mich mit Unterstützung der Stecken auf dem sandigen Gelände nach oben. Und dann war da plötzlich wieder der Weg. Ich war wohl irgendwo falsch abgebogen. Ich folgte dem sehr schmalen Pfad und langsam kamen Zweifel auf, ob ich überhaupt hier sein sollte, denn der Trampelpfad war mittlerweile verschwunden und ich musste durch etliche Dornenbüsche und Nadelbäume durchtauchen. Außerdem waren immer wieder umgefallene Bäume mitten im Weg, die es zu überschreiten galt.

Und dann war auch hier Sackgasse. Der Weg am Handy zeigte an, dass ich weiter unten den Fluss queren müsste, das waren aber bestimmt 200 Höhenmeter steil hinunter. Da ich schon merkte, wie mir etwas der Atem ausging, kletterte ich also weiter nach oben in Richtung Forststraße. Ich war mittlerweile ein wenig nervös und rutschte des Öfteren am nassen Gras und dem nicht sichtbaren Untergrund aus. Mit den Stöcken konnte ich jedoch immer den Halt bewahren und am Ende nach ca. 2 Stunden – im Endeffekt vergeudeter Zeit und Kraft – kam ich wieder auf dem rettenden und sicheren Weg an. Nach 15 Minuten Trinkpause trottete ich dann den Weg entlang Richtung Tagesziel.

Leider lagen dann da plötzlich noch Baumstämme auf der Straße und ich konnte nicht passieren. Es war zwar nicht allzu schwierig, über die riesigen Stämme zu klettern, jedoch waren diese sehr harzig und aus meiner Handballerfahrung weiß ich ja, wie schnell man einen picken hat. Danach war es nur mehr ein bisschen Weg und ich war in Radmer.

Natürlich ist das Ganze aber nicht so verlaufen, wie gerade geschildert und ich habe die „Route gesperrt“-Schilder und die „Wegen Forstarbeiten gesperrt“ Schilder alle bemerkt und mich auch daran gehalten und nicht erst danach im Internet in den News für Wanderer nachgesehen. Ich habe auch nicht 1000 Kratzer und Stiche von Dornen und meine Haut hat auch keine Brennnesselkur erhalten. Die Forststraßen boten leider nicht sehr viel Panorama. Es war eigentlich eine sehr entspannte Etappe.

Hard Facts:

  • Strecke: 17,4 km
  • Aufstieg: 791 m
  • Abstieg: 800 m
  • Niedrigster Punkt: 689 m
  • Höchster Punkt: 1323 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

 

 

2 Antworten

  1. @Fotos: der Film mit der Drohne ist echt beeindruckend.

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