Etappe 13: Radmer an der Stube – Heßhütte

Etappe 13: Radmer an der Stube – Heßhütte

Ohne Schweiß kein Preis…

Nach einer ausgedehnten Dusche und mit frisch gewaschener Kleidung startete ich nach dem Frühstück schon um 8:30 in die heutige Etappe. Schon auf den ersten Metern der Straße war klar, dass es unerträglich werden würde, da die Sonne unerbittlich in meinen Rücken schien.

Gott sei Danke bog der Weg recht flott auf eine Forststraße ab und dann kam eine Abzweigung in einen Waldweg. Da ich ja in den letzten Tagen gelernt hatte, zippte ich mir zur Sicherheit die Hosenbeine an und begab mich dann auf den Waldweg. Von Anfang an hatte ich genauso ein schlechtes Gefühl wie am Vortag, jedoch legte sich dieses bald, da die Markierungen halbwegs frisch waren und die Wiese ein wenig eingetreten war.

Dem steilen und kühlen Waldstück folgte ein sonniges Wiesenstück. Weil ich es einfach nicht mehr aushielt, nahm ich die Hosenbeine wieder ab und ging fortan mit kurzer Hose weiter. Ich war mittlerweile soweit, dass ich Brennnesel-Berührungen einfach ignorieren konnte und erhöhte nur die Quote an Kratzern auf den Unterschenkeln um einiges. Juckte mich aber nicht.

Das frisch gewaschene T-Shirt war nach kurzer Zeit genauso nass wie nach dem Waschen und auch die Sonnenbrille musste weichen, da ich einfach zu viel Dampf erzeugte. Ich verbrauchte über den ganzen Vormittag gesehen drei Liter Wasser, die ich 1 zu 1 wieder raus schwitzte. Der Anstieg wurde leider auch nicht leichter und ich musste viele kleine Pausen machen. Nach einem weiteren Wiesenstück folgte ein anstrengender und steiler Aufstieg über Geröll und viele lockere Steinchen, die viel Konzentration verlangten. Aber wenn man die Aussicht sieht, steht man plötzlich völlig versteinert da und genießt den tollen Anblick.

Nachdem ich endlich am Schoderkreuz angekommen war, ging es ab dann nur mehr bergab. Die Kühe hatten ganze Arbeit geleistet und jeder Schritt auf der Alm war einer ins Ungewisse. Ich machte einen Schritt für die Menschheit und den nächsten hüpfte ich in den Gatsch. Aber auch das ging vorbei.

Und dann plötzlich ein Bach, der die Straße querte und eine Route am Handy, die entlang dessen verläuft. Deja-vu. Nachdem ich viel am Vortag gelernt hatte, folgte ich dem Bach und hüpfte wieder über Baumstämme und durch hohe Wiesen. Diesmal mit Erfolg. Auch wenn schon lange nicht mehr markierte wurde, kam ich schließlich wieder auf der richtigen Forststraße heraus und folgte dieser weiter bergab und wieder bergauf bis zu einer Abzweigung.

Diese Abzweigung wurde von einem Stier mit großen Hörnern bewacht und ich hatte doch ein wenig Respekt. Der Weg führte über eine Brücke, die von Ferdinand – so nannte ich ihn liebevoll – versperrt wurde. Als kleiner Schisser ging ich also weiter und überquerte den Fluss etwas weiter hinten. Über eine Alm und eine Blumenwiese ging es weiter Richtung Sulzkaralm. Plötzlich, ein Stich. Eine Biene hatte mich anscheinend mit Honig verwechselt und stach mich zwischen Zunge des Schuhs und Bein, durch den Socken. Durch die Blume konnte ich ihre Absicht erahnen und war nicht böse. – Hätte ich mal nicht die ganze Tafel Marzipanschokolade gegessen! – Nachdem ich sie befreit hatte, ignorierte ich den Stich gekonnt und kam schließlich an der Sulzkaralm an.

Der nette Wirt hatte ein kühles Getränk und eine heilende Salbe für den Stich für mich und erzählte mir gleichzeitig seine Geschichte. Stolz zeigte er mir seine Schnitzereien, die er über den Sommer auf der Alm anfertigte. Anscheinend gibt es auch ein Darknet für Almwirte. Man kann sogar eine Ausbildung zum Almwirt machen – wird Zeit, dass ich in Pension komme – und sich dann über ein Portal bewerben.

Nach dieser langen Pause waren meine Beine ein wenig geschwächt und ich machte mich auf zum letzten Aufstieg. Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich fertig, denn für mich war es die bisher anstrengendste Etappe. Der Aufstieg neben dem Sulzkarhund war noch einmal sehr steil, jedoch gut befestigt und nach mehreren Pausen – ich war mir nicht sicher, ob mir der Hüttenwirt zusah und winkte ihm einmal – kam ich schließlich oben an. Ein kurzer Abstieg und ich war fertig, aber auch glücklich am heutigen Quartier angekommen.

Hard Facts:

  • Strecke: 16,8 km
  • Aufstieg: 1945 m
  • Abstieg: 933 m
  • Niedrigster Punkt: 686 m
  • Höchster Punkt: 1820 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

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