Etappe 16: Bosruckhütte – Zellerhütte

Etappe 16: Bosruckhütte – Zellerhütte

SightSEEing…

Zum Start in den Tag ging es für uns zuerst ein Stück eine Forststraße entlang und dann in die beeindruckende Dr. Vogelgesang Klamm. Da auf mich heute ein langer und ziemlich intensiver Tag zukommen würde, rutschten wir so gut es ging durch, um ein wenig Zeit, die in der Früh – aus unerfindlichen Gründen – verloren gegangen war – aufzuholen. Rutschen ist hier wörtlich gemeint, da alles nass vom Regen und dem Wasser war und man vor allem bei den Holzstufen sehr aufpassen musste.

Danach ging es weiter nach Spital am Pyhrn, wo mich meine Begleitung auch schon wieder mit einer halben Bio-Gurke im Gepäck in Richtung Heimat verließ. Nachdem ein kurzer, aber intensiver Regenschauer aufkam, holte ich mir das Stemperl bei der Gemeinde und trank dann ein Soda-Zitron im Stifts Café. Als es wieder aufgehört hatte, machte ich mich an den langen Marsch entlang der Pyhrnpass – Bundesstraße. Danke an alle LKW-Fahrer, die mich nicht nass gespritzt haben.

Als ich an der Talstation der Wurzeralm-Standseilbahn ankam, spielte ich kurz mit dem Gedanken einzusteigen, da die Skipiste, die da herunterkam, ziemlich steil aussah. Aber natürlich verwarf ich den Gedanken schnell und machte mich an den richtigen Aufstieg. Teilweise im Regen ging es richtig steil bergauf und mein Körper bedankte sich mit mehreren Schweißausbrüchen. Nachdem ich einen Müsliriegel gegessen hatte, ging es dann aber wieder besser und nachdem ich die Bahn mehrere Male gekreuzt hatte, war ich auch schon oben auf ca. 1400 m. Fehlten ja nur mehr 800 m. Und ist ja nicht so, dass ich schon 800 gegangen war.

Nun, da es kein Sudern gibt, machte ich mich auf den Weg zum Linzer Haus und bei einer kurzen Pause am Hausteich kam plötzlich auch wieder die Sonne raus. Herrlich, Regenjacke wieder aus und weiter über einen Wegerl zum Brunnsteiner See. Dort angekommen sah ich schon den Weg hinauf vor mir. Und kurz dachte ich mir: „Warum mach ich das eigentlich?“ Von herunten sah es Gott sei Dank schlimmer aus, als es dann war. Steile Passagen sind dann meist quasi wie Stiegen steigen und bei weitem nicht so anstrengend, wie einfach einem Weg zu folgen, der steil bergauf geht.

Nachdem ich oben angekommen war, warf ich noch einmal einen Blick zurück auf den See und dachte mir: „Genau für den Moment mach ich das eigentlich!“ Weiter ging es Richtung Toter Mann – ein unglaublich motivierender Name für eine Bergpassage – immer steil nach oben und teilweise musste ich auch die Hände zum Kraxeln verwenden. Es macht einfach alles einen Tick cooler, wenn du weißt, dass du da gerade auf 2000 Höhenmetern herumturnst und dabei auch noch einen Hut trägst.

Irgendwann am Weg holte mich dann plötzlich der gute Tiroler ein, der zwar früher aus der Bosruckhütte gegangen war, sich aber eine längere Pause im Linzer Haus gegönnt hatte. Bei einem netten Pläuschchen stiegen wir gemeinsam auf den höchsten Punkt und genossen den herrlichen Ausblick über das, was die nächsten Tage noch vor uns liegen würde. Einfach nur unbeschreiblich.

Beim Abstieg trennten sich dann unsere Wege wieder, weil ich einfach schon so einen Hunger hatte und unbedingt in die Hütte wollte und er auch ein wenig Probleme beim Bergabgehen hatte. Zuerst über Schotter und dann durch Latschen ging es in ein steiles Waldstück, wo ein kurzer Nieselregen noch einmal alles extra rutschig gemacht hatte. Gleich zwei Mal setzte ich mich gekonnt hin und beschmutzte meine Hose. Die schönen Blumen im Wald machten das zache Stück aber wieder ganz ansehnlich und auch die Hütte war schon bald in Sicht.

Hard Facts:

  • Strecke: 22,3 km
  • Aufstieg: 1748 m
  • Abstieg:  1248 m
  • Niedrigster Punkt: 638 m
  • Höchster Punkt: 2296 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

 

4 Antworten

  1. Jasmin sagt:

    Super, dass du schon so lange durchhältst! Mach weiter so! 👏👏👏

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