Etappe 26: Matrashaus – Riemannhaus

Etappe 26: Matrashaus – Riemannhaus

Sind wir schon da?

Da wir leider den Sonnenaufgang verpasst hatten, trödelten wir extra nach dem Frühstück ein wenig herum, um den Ausblick auf die Sonne aufzuholen. Gegen 8:00 machten wir uns dann auf den Weg in die nach Angaben des Reisebuches „schwerste Etappe“ bisher, auch wenn es „nur“ 15 km Wegstrecke sind.

Gleich nach dem Haus ging es bei herrlichem Ausblick schon steil bergab, was für die Schenkerl ein herrliches Aufwärmen war. Über Geröll ging es im Auf und Ab und über Schneewege. Die Regenjacke, die wir wegen des morgendlichen starken Windes anhatten, wurde bald aufgrund der stark strahlenden Sonne abgelegt.

Ein wenig übermütig setzte es mich beim Hinunterrutschen der Schneefelder 2-mal auf meinen Allerwertesten, jedoch machte es einfach zu viel Spaß mit den Schuhen in der Hocke hinunterzufahren. Weiter ging es zu den Teufelslöchern und über einen Gletscherrest hinüber. Angekommen, entschieden wir uns für den Weg über den Herzogsteig, der uns erst einmal bergab über ein langes Plateau führte, bevor es noch einmal bergauf ging. Wir merkten beide schon den anstrengenden Weg, da man stets konzentriert sein musste, nicht abzurutschen und auch der Abstieg über den Stein technisch sehr anspruchsvoll war.

Nach einer kurzen Pause nutzten wir den bedeckten Himmel und wanderten über einen schmalen Weg zum Herzogsteig, wo wir kurz einen schönen Ausblick genossen und uns dann daran machten, den etwas fordernden Klettersteig zu queren. Über mit Stahlseilen gesicherte Passagen und eine Leiter ging es hinunter und hinüber zur niederen Torscharte, wo wir etwa 4 Stunden unterwegs waren und eine Mittagspause einlegten. Schon jetzt war uns bewusst, dass wir uns die Vorräte und das Wasser gut einteilen mussten, da keine Hütte auf unserem Weg lag. Abgesehen von kurzen Tipps, wie der Weg wohl weiter gehen würde und ob das da vorne nicht schon die Unterkunft wäre, wurde auch sonst die Energie gespart und auf Gespräche verzichtet.

Leider ging es dann wieder ein paar Höhenmeter nach oben, wobei der Anstieg sehr mühsam war, da wir ständig auf und ab gehen mussten. Über steile Steinpassagen und Geröll war das Gipfelkreuz bald in Sicht und mit mehreren kleinen Verschnaufpause auch bald erreicht. Dem Sonnenbrand entgegenwirkend, wurde noch einmal ordentlich geschmiert und dann auch schon der Weiterweg in Richtung Biwakschachtel fortgesetzt, welche die Hälfte des heutigen Weges markierte.

Nachdem wir um ein zu steiles Schneefeld herum gegangen waren, erreichten wir dann auch den schon besetzten Biwak und gingen gleich weiter. Wieder ging es ständig bergauf und bergab, jedoch war der Weg deutlich leichter als bisher. Trotzdem machte sich schön langsam Müdigkeit und der gestrige Tag bemerkbar. Auch die Konzentration ließ langsam nach und einige Male musste die Markierung gesucht werde. Langsam, aber stetig und mit der Vorstellung, dass wir „nur noch über den einen Hügel“ gehen mussten, erreichten wir schließlich die Hochbrunnsulzen und legten dort eine letzte längere Essenspause ein.

Diese wurde jedoch von der Tatsache unterbrochen, dass sich im Hintergrund ein richtiges Gewitter zusammengebraut hatte und die ersten Tropfen uns bereits erreicht hatten. Regenjacke und Rucksackschutz an und auf ging es. Der Regen wurde beim leichten Abstieg stärker und während es entlang eines leichten Weges ging, schickte uns Otto wieder einen Rehagel, nur mit größeren Körnern als am Vortag. Unter Donnern zog das Gewitter in etwa 30 Minuten über uns drüber und hinterließ einen strahlend blauen Himmel und uns rinnwaschelnass. Danke.

Mit etwas Wasser in den Schuhen, aber wieder munter, ging es weiter. Von weitem sah man eine kleine Hütte, welche wir schon für die richtige hielten, jedoch stellte sich bald heraus, dass diese wohl nur für einen Schafhirten reichte. „Nur noch über den Hügel“ weiter und über einige Steine und Wege erreichten wir dann gegen 18:45 die Hütte und holten uns sogleich etwas zu essen und zu trinken.

Es war auch für mich der längste Tag von allen und auch ich merkte, wie die Anstrengung meinem Körper und Geist zusetzte. Für Konditionsschwache und Leute, die nicht schwindelfrei sind, ist die Etappe auf keinen Fall zu empfehlen. Durch die guten Markierungen kann man sich gut orientieren, jedoch sollte man auch den Teil bis zum Biwak auf gar keinen Fall bei Schlechtwetter angehen. Trotz allem bin ich froh, die alpine Variante durch das Steinerne Meer gegangen zu sein, denn die Ausblicke und Felsformationen waren einfach nur beeindruckend.

Hard Facts:

  • Strecke: 15,3 km
  • Aufstieg: 647 m
  • Abstieg:  1406 m
  • Niedrigster Punkt: 2120 m
  • Höchster Punkt: 2925 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

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