Etappe 3: Refuge de Trébentaz – Refuge de la Golèse

Etappe 3: Refuge de Trébentaz – Refuge de la Golèse

Auf und nieder immer wieder…

Voltaren von der Konkurrenz wirkt scheinbar Wunder. Weil ich die Beine in der Früh noch ein wenig vom Vortag spürte, versuchte ich am Morgen, mit ein paar Dehnübungen auf der Terrasse den Verspannungen entgegenzuwirken. Mitgenommen davon hab ich nur die schöne Aussicht. Auch wenn heute mehr Kilometer am Programm standen, waren weniger als die Hälfte der Höhenmeter von gestern angesagt.

Entlang eines relativ steilen Hanges ging es gleich einmal 100m nach oben. Das sollte aber auch das steilste Stück für heute bleiben. Im Tal waren wieder sehr viele Nebelschwaden unterwegs, die sich auch tagsüber nicht verzogen. Vielleicht ist das auch einfach, weil die Franzosen so viel rauchen.

Es ging eigentlich heute den ganzen Tag entlang von schönen Wanderwegen immer ein paar Höhenmeter hinauf und dann wieder ein Stück bergab. Nichts Großartiges und wirklich angenehm zum Distanz machen. Durch ein großes Skigebiet ging es hindurch und man sah ein leeres Liftchen nach dem anderen wehen. Wanderer nutzten die Lifte nicht, dafür einige Mountainbiker, die mir entgegen kamen. Keine Sorge, keiner davon hatte ein Rad ab. Übrigens würde ich gerne an dieser Stelle erwähnen, mit welch freundlichem Lächeln hier jeder „Bonjour“ sagt. Richtig ansteckend. 

Nachdem ich jeden, der auf meiner Hütte geschlafen hatte, überholt hatte, obwohl ich als Letzter gestartet bin, gönnte ich mir um 13:00 eine Einkehr in der Refuge de Chésery am Lac Vert. Der tolle Ausblick auf den Gebirgssee ließ mich das sehr entspannte Personal vergessen. Nach einer Stunde und einem jus de pomme (Apfelsaft) und einem croque monsieur (Schinken-Käse Toast) ging es dann wieder ein Stückerl hinauf. 

Bei einem langen Abstieg entlang einer Schotterstraße bemerkte ich plötzlich durch den Nebel hindurch einen Verfolger, der in ganz gutem Tempo an mich herankam. Auch wenn die Etappe nicht wirklich fordernd war, so merkte ich doch die körperliche Erschöpfung vom Vortag. Und so kam es, dass mein Verfolger während einer kleinen Pause von mir das DRS öffnete und eiskalt überholte. So schön, so gut, kurze Zeit später zog ich dann wieder vorbei, als der Gute einen längeren Boxenstopp in einer Hütte einlegte. 

Leider verzog sich der Nebel für lange Zeit nicht und so dauerte es bis zum vorletzten Aufstieg des Tages, dass man wieder einen schönen Ausblick hatte. Es war auch zu der Zeit, dass mein Verfolger wieder zu mir aufschloss. Ich merkte schnell, dass er mir an körperlicher Fitness einen Finnish-Quantum-Sprung voraus war. Er ist seit Anfang Juni unterwegs und macht den kompletten GR5 vom Hook of Holland bis Nizza. Als fairer Sportsmann ließ ich ihm natürlich den Vortritt und erkannte an, dass er heute vor mir die Finnish Line überschreiten würde. Er zog davon und ich sah ihn erst auf der Hütte wieder. 

Es ging dann noch einmal einen recht steilen Weg auf der Rückseite des Berges hinab. Niiichts vor dem man sich fürchten müsste. Und dann ein angenehmes Wegerl hinauf zur heutigen Unterkunft, wo gerade einige junge Leute ihr Zelt aufbauten, nicht weit von ein paar Kühen. Have fun. Abendessen genoss ich dann gemeinsam mit meinem neuen finnischen Wegbegleiter bzw. Unterkunftsteiler. Derzeit halte ich ihn beim Gehen nur auf, da fehlen mir noch ein paar Tage, bis sich mein Körper umgestellt hat. 

Hard Facts:

  • Strecke: 28,2 km
  • Aufstieg: 1253 m
  • Abstieg: 1465 m
  • Niedrigster Punkt: 1421 m
  • Höchster Punkt: 2097 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

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