Etappe 32: Kufstein – Kaiserhaus

Etappe 32: Kufstein – Kaiserhaus

Blond, blonder als der Sonnenschein…

Nach einer heißen Nacht und einem riesen Frühstücksbuffet machte ich mich auf, durch die Innenstadt von Kufstein zum Stadtteil Zell zu gelangen. Am Bahnhof angelangt, zeigte mir die App einen direkten Weg, der über die Gleise führen sollte, an. Natürlich musste es sich um die Unterführung handeln, dem war leider nicht so. Ich fragte einen Mann am Bahnsteig, der meinte, es gäbe eine Unterführung, ich tatschte also die Wand nach dem Weg ¾ ab, fand ihn aber nicht.

Nachdem ich mich weiter umgesehen hatte, fand ich auf den blauen Schildern Zell angeschrieben und folgte der Beschilderung. Wieder keine Unterführung, nur Stiegen in den oberen Bereich des Bahnhofsgebäudes. Ich kreiste also weiter um das Bahnhofsgebäude und den Bahnsteig. Die blonden Minuten fanden ihr Ende, als ich bemerkte, dass es einen Übergang gab. Erfreut über die Entdeckung, geriet ich aber in eine für die Wanderung existentielle Krise. Es gab nur einen Aufzug, der nach oben führte – natürlich gab es Stiegen *mitdenaugenroll* – und so stand ich da, hilflos, mit dem Handy in der Hand und führte einen inneren Kampf, ob ich nicht doch der Straße folgen sollte. Bis jetzt hatte ich noch keinen Schritt nicht zu Fuß zurückgelegt.

Der Aufzug war da und ich stieg ein. Mein Finger drückte den Knopf für den 1. Stock. Die Türen schlossen sich. Es war soweit. Doch plötzlich zuckte mein Körper wie von selbst zum Türen öffnen Knopf und kurz bevor die Tür geschlossen war, ging sie wieder auf und ich konnte die tiefe und frische Luft des Wanderns wieder in meinen Lungen spüren. Es hieß also die richtige Straße finden. Verwirrt takelte ich herum, schaute auf mein Handy und dann sah ich sie im Augenwinkel. Die Stiegen!

Freudig überschritt ich die Überführung und folgte dann der Straße in Richtung Wald, wo ein kleiner Aufstieg auf mich wartete. Kurz danach kam ich auf einen Forstweg und ging diesen entlang. Es war angenehm bei diesen Temperaturen im Schatten zu gehen und entlang eines Forstwegs kann man so herrlich nachdenken, da man nicht die ganze Zeit darauf achten muss, wo man hintritt. Abgesehen von einem kurzen Stück Waldweg folgte ich der Forststraße vier Stunden lang – die mir wie gefühlte zwei vorkamen – zur heutigen Unterkunft und konnte einige sinnvolle Ideen in meinen Notizen festhalten. Am Abend besuchte ich nach dem Essen dann noch die wunderschöne Kaiserklamm, die bis dahin voll von badenden Leuten war.

Hard Facts:

  • Strecke: 25,3 km
  • Aufstieg: 680 m
  • Abstieg:  446 m
  • Niedrigster Punkt: 482 m
  • Höchster Punkt: 1017 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

2 Antworten

  1. Deine Willensstärke ist toll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.