Etappe 38: Lermoos – Fernstein

Etappe 38: Lermoos – Fernstein

Reine Erfahrungssache…

Heute ist mal wieder nicht viel passiert. Eine Übergangsetappe, bei der ich lediglich einen kleinen Umweg einlegen musste, weil der Weg aufgrund von Sprengarbeiten gesperrt war. Es ging nur ein kleines Stück hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter und ich hatte nicht einmal einen schönen Ausblick, weil überall Nebel war. Außerdem regnete es am Vormittag und ich wurde leicht nass.

Und „nass“ ist auch das Stichwort, denn ich möchte an dieser Stelle mal etwas genauer auf die Körperpflege und das Säubern des Körpers eingehen:

Zuallererst muss man wohl sagen, dass man auf jeden Fall mit sich selbst im Reinen sein muss. Ich glaube, das kann ich mittlerweile behaupten, schließlich bin ich mittlerweile mit fast allen österreichischen Wassern gewaschen. Man lernt, eine warme Dusche zu würdigen und falls jemand das Vorhaben hat, auf kalte Duschen umzusteigen, wäre eine Weitwanderung genau der richtige Zeitpunkt. „Solange alle stinken, darfst du auch stinken“ und glaubt mir, so schlimm ist es nicht.

Vor allem beim Waschen mit Wasser gibt es einige interessante Gesichtspunkte, die man beachten sollte. Ich selbst benutze Dr. Bronner´s Fair Trade Naturseife, die sehr leicht aufschäumt und 18 Anwendungsmöglichkeiten bietet. – Zum Zähneputzen habe ich sie noch nicht verwendet – Für zwei Monate ist es auch die perfekte Menge und ich bin gut damit ausgekommen.

Rasurtechnisch sind meine Erfahrungen ein wenig an den Haaren herbeigezogen, denn ich lasse den Bart einfach wachsen während der ganzen Tour. Da ich mit wenig Haarwuchs am Körper gesegnet bin, wird auch hier nicht in die Flora eingegriffen und am Kopf sowieso nicht. Die Reise dauert im Endeffekt eh kürzer, als man denkt und zu oft Haarewaschen ist sowieso schlecht.

Da Taschentücher natürlich auch Gewicht im Rucksack sind, sollte man sich, vor allem wenn man eine große Nase hat, die hygienische Art der Säuberung angewöhnen: Ein klassischer Bauernschnäuzer. Hierzu wird großer Druck benötigt, aber kein Taschentuch. Experten können diese Technik auch für jedes Nasenloch einzeln anwenden.

Ob Nagelschere oder Nagelzwicker, das ist jedem selbst überlassen. Als alter Zwicker habe ich mich für diesen entschieden, denn mit der Schere hat man schnell mal einschneidende Erlebnisse. Zeitlich gesehen, sollte dies jeder selbst entscheiden. Aber auf jeden Fall, wenn man merkt, dass der Schuh drückt: schneiden, da alles weitere sonst unangenehm ist.

Bezüglich Wäschewaschen kann ich nur sagen, dass jeder auf Merinowolle zurückgreifen sollte, alles andere stinkt einfach ab dagegen. Sie ist das Beste, was mir je passiert ist. Es tut so gut, wenn man sie trägt. Vergess den Rest der Welt, wenn sie bei mir ist. Gewaschen habe ich die Kleidung, mit der ich wandere, drei Mal und die, die ich auf der Hütte trage einmal und ich wurde nie als Stinker bezeichnet.

Ich hoff, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die saubere Welt des Weitwanderns geben und vielleicht könnt ihr ja einiges in euren Alltag übernehmen.

Hard Facts:

  • Strecke: 12,6 km
  • Aufstieg: 820 m
  • Abstieg: 857 m
  • Niedrigster Punkt: 961 m
  • Höchster Punkt: 1755 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

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