Etappe 39: Fernstein – Anhalter Hütte

Etappe 39: Fernstein – Anhalter Hütte

Man muss es nur wollen…

Gut gestärkt startete ich in den Tag und es ging gleich einmal durch ein Waldstück steil nach oben. Entlang gefühlter 100 Serpentinen ging es über Wurzeln und Steine immer weiter nach oben und ich dachte darüber nach, warum Serpentinen eigentlich Serpentinen heißen. Raus aus dem Waldstück kam ich zum Schluss, dass es wohl aus einer ausgestorbenen Sprache – Parsel – kommen musste und ging weiter auf freiem Gelände. Bei schöner, jedoch teils nebeliger Aussicht kam ich an der Loreahütte an und machte mich nach kurzer Pause auf den Weg in Richtung Loreascharte.

Beim Aufstieg zur Scharte passierte es dann, an einem Steilhang löste sich ein Stein unter meinem Fuß und ich verlor den Halt. Geistesgegenwärtig ließ ich meinen Stock fallen und konnte einen Stein greifen und meine Balance wiederfinden – Liest sich schlimmer, als es war. – Da der Nebel wieder zuzog, beschloss ich, den Abstecher zum Gipfel auszulassen, und ging nach der Scharte den Weg wieder hinunter.

Entlang eines Gebirgsbaches und dann durch ein Waldstück ging es dann die schönen erwanderten Höhenmeter wieder bergab. Im Waldstück rutschte ich dann, nach einer kleinen Unachtsamkeit, fast den Hang hinunter, konnte mich mit den Stecken jedoch noch erfangen und stieß mir lediglich das Knie am Boden an. Nach kurzer Schmerzempfindung überspielte ich diese recht schnell – alles Kopfsache – und ging den schmalen Pfad weiter, bis ich zu einer Forststraße kam.

Dieser Straße folgte ich dann wieder etwas bergauf bis zur Tarrenton Alm, wo ich auf eine Stemperl-Zitron und eine kleine Jause einkehrte. Nach der Stärkung erwartete mich noch einmal ein Aufstieg, der mich über die 2000er Grenze führen sollte. Durch eine Schafweide, wo mich die meisten Schafe ausbähten – wahrscheinlich, weil ich Merinowolle anhatte, diese Rassisten – kam ich zum Schweinsteinjoch.

Bei herrlichem Ausblick hörte ich plötzlich laute Schreie, deren Echo unglaublich laut war. Weiter am Weg sah ich plötzlich eine Schafherde den Berg rauf laufen und dahinter den Hirten. Da die Herde genau an mir vorbei musste, rief mir der Hirte zu, ich möge doch bitte auf der Seite warten und das tat ich. Während ich einen Müsliriegel aß, sah ich dem hochspannenden Geschehen zu. Es war ein sehr aufregender Machtkampf zwischen dem Hirten und den Schafen Ein schwarzes Schaf – laut Hirte dürfte ihr lieblicher Name „Deppate Hure“ sein – versuchte einige Male zu entkommen, hatte jedoch schließlich zu viel Angst vor den „Uuuuuuh“ Rufen des Hirten. Mit Hilfe eines zweiten Hirten, der plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht war, schafften sie es schließlich, die Schafe ins andere Gehege zu lotsen.

Belustigt machte ich mich weiter an den Abstieg und nach einer Schotterhangüberquerung war auch schon die heutige Unterkunft in Sichtweite. Über einen Almweg kam ich an der Hütte an und genoss noch den schönen Ausblick in der Sonne. Eine auf dem Papier fordernde Etappe mit 2300 Höhenmetern, die sich am Nachmittag aber schön aufgeteilt haben und nicht wirklich spürbar waren.

Hard Facts:

  • Strecke: 18,9 km
  • Aufstieg: 2310 m
  • Abstieg: 1249 m
  • Niedrigster Punkt: 939 m
  • Höchster Punkt: 1313 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

Eine Antwort

  1. Könnte natürlich auch daran liegen, dass du nach 38 Wandertagen schon eine super Kondition aufgebaut hast.

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