Etappe 4: Rams – Semmering

Etappe 4: Rams – Semmering

Den Baum vor lauter Wäldern nicht sehen…

Da das Frühstücksbuffet im Ramswirt erst um 8:00 öffnete und die heutige Etappe sowieso eher kurz war, gönnte ich mir heute ein ausgedehntes Stretching. Als ich genug für den ganzen Tag gegessen hatte, machte ich mich also um 9:15 auf den Weg, nachdem ich mir noch einen Stempel abgeholt hatte.

Eine kurze Strecke ging es eine Straße entlang und dann in ein erlösendes Waldstück, da es um die Uhrzeit schon 26° hatte. Der Waldweg führte mich direkt nach Raach, wo ich mir eine kurze Pause, einen Stempel und ein kleines Soda-Zitron gönnte. – Ich weiß nicht, es ist mir irgendwie unangenehm, in ein Gasthaus zu gehen und nur um einen Stempel zu bitten, also wird das kleine Soda-Zitron jetzt zum Ritual. Punkt. –

Der Raacher Hauptstraße entlang ging es dann weiter nach Schlagl und dann dort wieder in ein Waldstück in Richtung der Schanzkapelle. Der Wanderpfad hatte immer wieder längere Strecken in der Sonne und die waren fast schon unerträglich. Ich feierte jede Wolke, die die Sonne verdeckte und gab ihnen sogar Namen. Leider darf ich diese aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung hier nicht nennen.

An der Schanzkapelle angekommen, wollte ich eigentlich eine Mittagspause einlegen. Da diese gerade renoviert wird, verschob ich die Pause kurzerhand auf Maria Schutz. Nach der Kapelle ging es auf einem sehr steilen, steinigen Pfad etwa 300 Höhenmeter hinab und einen kleinen Waldweg entlang. An der eingezeichneten Abzweigung im Wald stand dann ein Schild, auf dem zu lesen war „Wegen ÖBB Bauarbeiten gesperrt“. Leider sah ich weit und breit keinen Schienenersatzverkehr und so musste ich den kleinen Umweg in Kauf nehmen.

Aus dem Wald heraußen, erblickte ich die angeschriebene Baustelle, den Semmering Basistunnel und einen Aussichtsturm, den ich jedoch aufgrund von zu vielen Stiegen links liegen ließ. Beim Vorbeigehen jodelte mir ein Bauarbeiter ein fröhliches Jolladehitii zu und ich erwiderte etwas perplex mit dem „Kurz zum Hut greifen wie ein Cowboy“-Gruß, den er mit Sicherheit nicht gesehen hatte. Danach war mir klar, dass ich in den nächsten Tagen meine Jodel-Skills verbessern musste.

Weiter auf einem Waldweg – auch wenn es schon sehr bewölkt war, war ich über jeden Schatten dankbar – kam ich schließlich in Maria Schutz an. Nachdem ich in der prächtigen Kirche kurz demütig dastand, ging ich hinter den Altar und füllte meine Flasche mit dem Wasser der Heilquelle auf. Beim Hinausgehen sah ich dann, dass es Flaschen zu kaufen gab. 0,3 l. Ich hatte mir gerade 1 l eingefüllt und so warf ich einen 5er in die Spendenbox. Nach einem kurzen Eintrag ins Besucherbuch ging ich zum Kirchenwirt auf einen Stempel und ein Soda-Zitron und machte mich dann gleich auf in Richtung Semmering.

Immer höher ging es durch einen Wald hinauf und teilweise musste man auf die vielen Wurzeln aufpassen, dass sie einem nicht das Bein wegziehen. Es war eine willkommene Abwechslung zu den langen Betonwegen der letzten Tage. Am Ende des Waldes, gegen 15:00, ging es noch ein Stück weiter an der Zauberbar vorbei, die im Sommer anscheinend den Magneten etwas zurückgedreht hat, und zur gestern gebuchten Übernachtungsmöglichkeit.

Hard Facts:

  • Strecke: 17 km
  • Aufstieg 858 m
  • Abstieg: 448 m
  • Niedrigster Punkt: 693 m
  • Höchster Punkt: 1258 m

 

Griaß eich:

P.S.: Hier geht es zu den Fotos!

P.P.S.: Morgen Vormittag knacke ich bereits die 100 km Marke und komme im Laufe des Tages endlich über die 1500 m Höhenmeter-Marke.

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