Etappe 42: Memminger Hütte – Ansbacher Hütte

Etappe 42: Memminger Hütte – Ansbacher Hütte

Alpensalamander, die Beine auseinander…

Nach einer regen Nacht musste ich mich schon in der Früh entscheiden, ob ich den heutigen Wolken den vorgegebenen Weg zutrauen würde oder über die E5-Route ausweichen sollte. In Anbetracht meiner abgegangenen Schuhsohlen und des ständigen Nieselregens entschied ich mich natürlich dazu, den normalen Weg runter ins Parseiertal und dann über die Grießlscharte zu nehmen.

Schon auf den ersten Metern wurde mir klar, dass es wahrscheinlich besser gewesen wäre, die andere Route zu gehen, aber da gerade kein Regen war, ging ich fröhlich weiter. Es ging über einen gatschigen recht schmalen Weg hinunter über Wiesenhänge. Wäre alles trocken gewesen, wären auch die vielen kleinen Steine, die in die Erde eingetreten waren, keine große Belastung gewesen, aber so wirkte es, als würde ich auf nassen Fliesen gehen.

Es war ein mental sehr fordernder Weg, da man jeden Schritt genau planen musste und auch wie man am besten auftritt, ohne auszurutschen. Ein paar Mal konnte ich mich noch vor einem Hinsetzen mit den Stecken retten, jedoch war es dann auf einem vermeintlich einfachen Wegstück soweit und mein Po küsste den Boden. Auch die gefühlten Millionen Alpensalamander, die es anscheinend auch geregnet hatte, machten die Sache nicht einfacher. Schließlich wollte ich sie weder zertreten noch bei der Fortpflanzung stören.

Nach einer kurzen Pause im Tal, merkte ich, dass wieder ein leichter Nieselregen eingesetzt hatte, der den restlichen Tag immer mal wieder stärker und schwächer wurde. Der Aufstieg begann wie der Abstieg über einen gatschigen Weg, den ich mit viel Stockeinsatz und einigen Malen abrutschen bewältigte. Über eine Alm kam ich auch schon ins Langkar, wo ich einem steinigen Weg hinauf zum noch steileren Aufstieg zur Scharte folgte. Trotz Regens hatte ich eigentlich sehr guten Halt auf dem Geröll und kam recht schnell vorwärts.

Als der mit Seilen versicherte Aufstieg schon in Sicht kam, sah ich auch schon einige Leute den Abstieg machen und nach einem kurzen Plausch, hing ich auch schon am Seil. Es ging geschätzte 50 Meter hinauf und mit ein wenig Unterstützung der Hände, erklomm ich den Berg. Auch mit leichtem Regen war dies nicht wirklich ein Problem und oben angekommen, war ich fast geblendet von der Aussicht auf den Nebel.

Da es nicht viel zu sehen gab, machte ich mich über einen kurzen Ab- und wieder Anstieg auf zum Winterjöchl, wo die Aussicht leider auch nicht besser war. Von dort folgte ich immer einem schönen Weg und über ein paar kleine Kletterstellen war auch schon die heutige Unterkunft nicht mehr weit. Da sich der Regen verzogen hatte, trafen mich sogar noch ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen und ich kam trockener als erwartet bei der Hütte an. Bei schönem Wetter wäre die Etappe sicher noch besser gewesen, jedoch war sie auch mit leichtem Regen etwas kurz.

Hard Facts:

  • Strecke: 9,7 km
  • Aufstieg: 918 m
  • Abstieg: 837 m
  • Niedrigster Punkt: 1726 m
  • Höchster Punkt: 2636 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

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