Etappe 48: Damüls – Bregenzer Hütte

Etappe 48: Damüls – Bregenzer Hütte

Der Abstieg beginnt…

Etwas spät startete ich in die vorletzte Etappe meines Weges und musste gleich auf den ersten Metern einen steilen Berg über eine Skipiste hinauf wandern. Es war mal wieder ausgezeichnetes Wetter und die Sonne freute sich wie immer, mich zu sehen. Nach einem kurzen Stück eine Forststraße entlang bog der Weg dann auf eine Alm ab und vorbei an einigen Kühen ging es weiter bergauf in Richtung Portlaalpe.

Ein wenig in Gedanken marschierte ich an einer Abzweigung vorbei und stand plötzlich auf dem Portlaakopf, bevor ich realisierte, dass ich wieder umdrehen musste. Ein bisschen verärgert über mich selbst, wanderte ich die Strecke zurück und folgte dem Weg, bis ich von einer Kuhherde aufgehalten wurde, welche den Weg blockierte. Nach einigen Versuchen irgendwie durchzukommen, entschloss ich mich dazu, im Gebüsch etwa drei Meter oberhalb der Kühe durchzukraxeln. Es war nicht einfach und nach langer Pause spürte ich mal wieder ein paar Brennnesseln, aber schließlich kam ich am irgendwie hinter der Herde wieder heraus und konnte meinen Weg fortsetzen.

Einen langen und sehr aussichtsreichen Weg entlang, der eher einem Trampelpfad glich, da die Kühe ihre Spuren hinterlassen hatten, kam ich am Freschenhaus an. Da die Hütte sehr überfüllt war, war ich nach einem Stemperl-Zitron auch schon wieder am Weg in Richtung des letzten 2000ers der Wanderung. Am Ende des kurzen Anstiegs zur Hohen Freschen, wo sich am Gipfelkreuz gerade 20 Leute die Zeit vertrieben, bot sich ein herrlicher Ausblick und ich hatte zum ersten Mal mein Ziel vor Augen: den Bodensee. Es war noch ein weiter Weg, aber ich realisierte zum ersten Mal, dass es wirklich bald vorbei sein würde und so stand ich eine gefühlte Ewigkeit dort und schwelgte ein wenig in Erinnerungen.

Der Abstieg über den Binnelgrat war dann nochmals ein kleines Highlight, auch wenn er nicht in so erschreckender Höhe war. Aber es war schön, ein letztes Mal links und rechts nur einen Abhang vor sich zu haben und die Aussicht zu genießen. Von hier an ging es immer weiter einen Weg entlang, der noch ein paar steile Anstiege hatte, und ich kam nochmals ordentlich ins Schwitzen. Auch mein Körper spürte die Länge der Etappe und ich legte an einem Gipfelkreuz noch eine kleine Pause ein.

Während ich meinen Müsliriegel genoss, braute sich unbemerkt hinter mir ein kleines Gewitter zusammen, welches ich erst nach dem ersten Donner bemerkte. Da ich auf meinen letzten Metern nicht noch einmal nass werden wollte, packte ich mich schnell zusammen und rannte ein Stück weiter der Berg hinunter. Kurz vor einer Alm spürte ich schon ein paar Tropfen, war jedoch schnell genug, um diese hinter mir zu lassen. Während es weiter bergab ging und dann noch über einen kleinen Hügel zur heutigen Unterkunft, wurde die Gewitterwolke immer größer und irgendwann war der ganze Himmel schwarz. Rechtzeitig kam ich jedoch in der Hütte an und konnte zusehen, wie hinter mir der Regen kam.

Eine schöne Etappe, die noch einmal die letzten Höhenmeter Vorarlbergs bot. Leider weist mein Körper noch immer keine Phantomschmerzen auf, welche die Spannung in den Blogeinträgen ein wenig aufbauen würde. Die Routine ist einfach schon zu groß, jedoch freue ich mich schon auf den letzten Tag und ein genüssliches Bad im Bodensee.

Hard Facts:

  • Strecke: 28,5 km
  • Aufstieg: 1540 m
  • Abstieg: 1700 m
  • Niedrigster Punkt: 1236 m
  • Höchster Punkt: 2004 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

 

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