Etappe 49: Bregenzer Hütte – Bregenz

Etappe 49: Bregenzer Hütte- Bregenz

Jedes Abenteuer hat ein Ende…

Ich machte mich nach dem Frühstück recht bald auf den Weg, nicht wissend, wie der heutige Tag verlaufen würde. Mit einem breiten Grinser saugte ich die ersten Sonnenstrahlen auf, die durch die Wolkendecke brachen. Mir war bewusst, dass es heute zu Ende sein würde, aber realisieren konnte ich das Ganze irgendwie nicht ganz. Der Rausch der Zeit und die vielen Erfahrungen, die ich in den letzten Wochen gemacht hatte, konnten nicht einfach so verarbeitet werden.

Es war schön zum Ende hin mal wieder durch ein längeres Waldstück zu gehen und ich genoss es noch einmal, über ein paar Wurzeln zu steigen und den erdigen Boden immer ein wenig runter zu rutschen. Von meinen Schuhen hatte sich mittlerweile ein Teil der Sohle ein bisschen abgelöst und streifte bei jedem Schritt am Boden. Schon bald kam ich an der Lustenauer Hütte vorbei, die eigentlich laut Wanderbuch mein Quartier sein sollte.

Von dort aus ging es weiter, wieder durch einen Wald und einen Feldweg entlang bis nach Alberschwende, wo ich mir den vorletzten Stempel der Reise auf der Gemeinde abholte. Von dort ging es über eine Wiese zum wohl letzten Anstieg der Tour, der mich noch einmal ins Schwitzen brachte und für die wenigen Höhenmeter ziemlich anstrengend war.

Durch ein weiteres Waldstück kam ich zur Bregenzer Ache, die ich über eine Brücke querte und dieser dann lange folgte. Wer hätte es geglaubt, aber meine Füße begannen tatsächlich schwerer zu werden. Mein Kopf hatte wohl realisiert, dass das Ende nahe war und vor allem meine Fußsohlen begannen plötzlich bei jedem Schritt ein wenig weh zu tun. Während ich mittlerweile in Bregenz angekommen war und mit noch breitem Grinser herumlief, machte ich einen kurzen Zwischenstopp bei einem SPAR und tauschte meiner vie Plastikflaschen, die ich schon seit Rust hatte, gegen eine neue aus.

Sie hatten mir gute Dienste geleistet und die letzten Tropfen Wasser liefen mein Gesicht herunter, bevor ich sie beinhart kübelte. Entlang des Radwegs und durch die Stadt ging es in die schöne Innenstadt, wo ich mir meinen letzten Stempel im Rathaus abholte. Leider wartete der Bürgermeister nicht mit einem Handshake auf mich, wie ich mir das unzählige Male im Kopf ausgemalt hatte, aber der war sicher mit Carmen beschäftigt. Übrigens bin ich natürlich über die Stiegen in den zweiten Stock und wieder herunter gegangen.

Und dann war es soweit, die letzten Schritte und ich stand an der Seepromenade und am Ufer des Bodensees. Was für ein herrliches Gefühl! Ich hatte es wirklich geschafft. Erleichterung, Freude, Wehmut und alles andere prallte zusammen und ich wusste nicht ganz, wie ich reagieren sollte. Also stand ich für ein paar Momente einfach da und genoss den Ausblick. Als ich mich wieder losreißen konnte, wanderte ich entlang der Promenade in Richtung Festspielbühne, wo mein Vater mit offenen Armen auf mich wartete und mir ein riesen Plakat überreichte. Es war ein wunderschöner Abschluss der Reise.

Hard Facts:

  • Strecke: 25,4 km
  • Aufstieg: 428 m
  • Abstieg: 1275 m
  • Niedrigster Punkt: 398 m
  • Höchster Punkt: 1272 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

P.P.S.: Ein gesondertes Fazit gibt es, wenn ich wieder in der Zivilisation zuhause bin und alles ein bisschen aufarbeiten konnte.

 

 

6 Antworten

  1. smekiwandert sagt:

    Gratuliere dir zu deinem Durchmarsch! Und auch zu einem witzig und informativ geschriebenen Blog. Kann man für die Mitlesenden bloß hoffen, dass im nächsten Jahr dann eine der Nord-Süd-Routen oder gar der Zentralalpenweg folgt.

  2. Stephan sagt:

    Hallo Lukas
    ich wünsche Dir einen guten Start für was auch immer jetzt kommt. Ich bin gestern in Bregenz angekommen….
    Liebe Grüße von deinem „nichtalpinen Verfolger“
    Stephan

  3. Hallo Lukas,
    Danke, dass du es mir ermöglicht hast, in vier Tagen vom Neusiedlersee zum Bodensee zu wandern.
    Ein Weitwanderersprichwort sagt: Nach der Wanderung ist vor der Wanderung! Da hoff ich doch, dass es bei weiteren Unternehmungen wieder einen Blog gibt.
    Liebe Grüße
    Volker

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