Etappe 5: Semmering – Karl Ludwig Haus

Etappe 5: Semmering – Karl Ludwig Haus

Achtung Rutschgefahr…

Nach dem kurzen Besuch in der Zauberbar gestern – oh Wunder, im Sommer ist nichts los – hatte ich beim Frühstück doch guten Hunger und stärkte mich für den anstrengenden Tag. Ich entschloss mich dazu, heute auf die hohen Wanderschuhe umzusteigen, da es ab jetzt gebirgiger wurde. Da das Wetter schon in der Früh recht besch…eiden war, wartete ich auf den Zeitpunkt, wo es gerade nicht regnete und begann um 9:15 den Aufstieg zum Pinkerkogel.

Nach einem nicht allzu anspruchsvollen Stück kam ich am Pinkerkogelschutzhaus an und es begann leicht zu regnen. Ich beschloss, meine Regenjacke anzuziehen, aber weiterhin mit der kurzen Hose zu gehen. Fehler. Ich verbrachte den ganzen Vormittag damit, über die Ochnerhöhe, die Kampalpe und den Tratenkogel in Richtung Preiner Gscheid zu gehen und das alles nur auf Waldwegen und durch hohes Gras.

Nachdem meine Wadeln relativ schnell relativ nass und kalt waren, entschloss ich mich schließlich, die Regenhose auch anzuziehen und gleichzeitig die Socken auszuwinden. Prinzipiell war es recht lässig, durch den Wald zu gehen, da die Bäume den Regen zum Großteil abhielten, andererseits war es relativ anstrengend, da es auf den teils sehr schmalen Wegen sehr rutschig war. Teilweise waren auch einfach Tannen in den Weg hineingewachsen und ich musste die Äste zur Seite schieben. – Hätte ich nur eine Machete… –

Als ich dann plötzlich vor meinem ersten Gipfelkreuz, dem der Kampalpe, stand, war das alles aber vergessen. Mein Herz machte einen Freudensprung und alle Müdigkeit war aus meinem Körper verschwunden. Leider war die Aussicht nur eine weiße Wolke und trotzdem fühlte ich mich wie der Größte.

Da im Wald nichts Aufregendes passiert ist, außer dass ich gelernt habe, nie aus der Schlaufe der Stecken zu schlupfen, skippe ich das alles mal und mache mit der Ankunft in der Steiermark weiter. Prinzipiell verlief die ganze heutige Route entlang der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark – ich alter Grenzgänger -, aber da war das Steiermark-Schild, also musste es offiziell sein. Nach einer kurzen Pause ging es Richtung Waxriegelhaus.

Dort angekommen, schaute ich auf ein Stemperl-Zitron vorbei, hörte mir eine kurze Geschichte über einen gefundenen, toten Bergsteiger an und machte mich dann auf zum Waxriegelsteig. Und dann war es soweit. Als wäre ich nicht schon 18km marschiert, war ich plötzlich wieder voll da. Wie ein junger Gamsbock erklomm ich die steilen Kletterpassagen. Der Weg zu Ende? Kein Problem, ich klettere drüber! Darauf habe ich gewartet, endlich ging es richtig nach oben. Das Adrenalin übernahm überhand. Wenn du an einem Vorsprung stehst, der Wind dir mit starker Windgeschwindigkeit um die Kapuze bläst – Wind 0, Lukis-Hut-Fang-Reaktion 1 – und du in die Ferne schauen kannst. Geil!

So sehr ich es genoss, erstens waren zu viele Wolken – abnormal wie schnell sich die bewegen da oben – und zweitens war die Zeit schon etwas fortgeschritten und ich wollte noch etwas essen in der Hütte. Also hieß es, den letzten Aufstieg auf den Predigtstuhl bzw. 1902 m zu beginnen. Oben angekommen, war ich ein wenig perplex, weil ich in einer Wolke war. Nein, kein Nebel, eine Wolke. – Angenommen ich wäre abgerutscht, wäre ich dann aus allen Wolken gefallen? –

Auf jeden Fall folgte ich den aufgestellten Pfosten, die mich über die bewölkte Spitze führten, immer von einem zum nächsten und plötzlich tauchte irgendwann das Karl Ludwig Haus neben mir auf und ich war gegen 18:45 am Ziel der heutigen Etappe. Bin gespannt, wie man auf einem Matratzenlager schläft und ob meine Schuhe bis morgen wieder trocken werden.

Hard Facts:

  • Strecke: 23 km
  • Aufstieg: 1503 m
  • Abstieg: 944 m
  • Niedrigster Punkt: 1062 m
  • Höchster Punkt: 1897 m

 

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

 

2 Antworten

  1. Reni sagt:

    Also so hab ich mir ein Matratzenlager aber nicht vorgestellt.. Sieht ja super luxuriös aus!
    Kann aber nicht so bequem sein wie die Couch am Beachplatz! 😉

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