Etappe 6: Urnerboden – Attinghausen

Etappe 6: Urnerboden – Attinghausen

Es kann nur einer absteigen…

Nach einem ausgewogenen Frühstück und zwei Kaffee startete ich voller Elan in den heutigen Tag. Eine nicht sehr anstrengende Etappe stand auf dem Plan und genau so eine konnte ich gebrauchen, da mein rechtes Fußgelenk ein wenig geschwollen war. Mit einem so leicht wie möglich gebundenen Schuh machte ich mich also auf in den Tag. 

Anfangs ging es dort weiter, wo es gestern aufgehört hatte. Entlang des Fätschbaches, wo der Weg vormittags noch im Schatten lag, war es richtig kühl, denn auch eine leichte Brise nahm der Bach mit sich. Wie immer zog ich mein Multifunktionstuch in bester Banditenmanier übers Gesicht und die Ohren und schützte mich so vor gefrorenen Bartstoppelchen.

Wie es in der Gegend scheinbar so üblich ist, stellten sich auch wieder Kühe einfach in den Weg, welche aber alle friedlich waren. Schließlich bewegten sie sich nicht nur auf den Weiden, sondern auch frei im Dorf herum. Nach kurzer Zeit überholte ich den ersten Hotelgast, der auch allein auf der Via Alpina unterwegs war, aber Kletterausrüstung mit sich trug. Nachdem ich durch eine vom Morgentau noch nasse Wiese endlich in die Sonne kam, ging es auch gleich bergauf. Der gemächliche Aufstieg auf den Klausenpass dauert nicht lange.

Während ich dem Weg folgte, sah ich dann auch plötzlich die Auflösung zu einer Frage, die mich schon lange interessiert hatte: Wer macht eigentlich die Wegmarkierungen auf den Steinen? Zwei junge Burschen in einem Abstand von ca. 2 Minuten hatten sich der Aufgabe angenommen. Der erste ging vor, schaute sich die Markierung an, putzte sie ein wenig und hinterließ dann ein Stück Tape auf dem Zeichen. Der zweite Bursch sah das und wusste, dass er das Zeichen nachmalen musste. Dafür hatte er natürlich Farbe und Pinsel dabei. Ich hatte mir das immer abgespaceter mit so einem Anmalerstab aus dem Media Shop vorgestellt. Aber soll mir auch so recht sein.

Am Klausenpass selbst gab es nichts Sehenswürdiges, außer ein Restaurant, wo ich die Dame, die auch im Hotel gewesen war, überholte. Nun lag eigentlich nur mehr ein elendig langer Abstieg vor mir, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, dass er 6 Stunden dauern würde. Aber alles zu seiner Zeit.

Zuerst einmal ging es über ein kleines Wegerl entlang des Berghanges, das sichtlich gezeichnet war von den Regenschauern in der Nacht. Der Weg mündete bald in einen etwas breiteren Weg und schließlich wieder in die Straße. Nur für mich nicht. Ich übersah das gelbe „Via Alpina“-Schild und folgte der weiß-rot-weißen Markierung weiter. Und das ganze etwa 300 Höhenmeter einen steilen Abhang über Stiegen hinunter. Erst kurz nachdem ich an einem älteren Pärchen vorbeigekommen war, machte ich halt und warf einen Blick auf mein Navi. Nun. Die 300 Höhenmeter musste ich natürlich wieder hinauf und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, durfte ich mir ein „Na, hasch de falsche Weg eigeschlaga?“ anhören.

Zurück am Weg, sah ich wie gerade der erste Hotelgast vor mir ging, der mich nur verwundert anschaute, als ich ihn nochmals überholte. Auf einem Höhenweg immer entlang der Bergkante, merkte man, dass das hier ein wirklich schöner Weg war, weil sich ein Haufen Wanderlustiger im Gebiet bewegte. Der Weg bot schöne Ausblicke und führte immer weiter nach unten.

Nachdem ich auch die Dame ein zweites Mal überholt hatte, wurde der Weg immer flacher und nach einigen kleinen Waldstücken, Schotterwegen und Dörfern kam ich in Altdorf an, wo ich mir die Stempel abholte und einige Besorgungen im Supermarkt und der Apotheke machte. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es dann noch ein Stück weiter nach Attinghausen und in die heutige Unterkunft.

Hard Facts:

  • Strecke: 30,6 km
  • Aufstieg: 816 m
  • Abstieg: 1.723 m
  • Höchster Punkt: 1.948 m
  • Niedrigster Punkt: 449 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

2 Antworten

  1. Reni sagt:

    Hoffentlich geht’s dem Knöchel bald wieder besser!

  2. Reini sagt:

    durchhalten Luki ! 🙂

    bitte wieder mehr wortwitze einbauen …

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