Etappe 9: Reuti – Alpiglen

Etappe 9: Reuti – Alpiglen

Heiße Spur…

Ich startet voller Energie in den Tag, nachdem mir beim Frühstück der Hausherr versichert hatte, dass am gestrigen Tag eine der schönsten Etappen der Via Alpina gewesen wäre. Bereichert durch die Information, spürte ich den leichten Regen, der am Morgen vom Himmel fiel, gleich noch weniger. Der Abstieg nach Meiringen war spielerisch geschehen und nicht sonderlich anstrengend.

In der Stadt selbst rätselte ich zuerst ein wenig, warum überall Sherlock Holmes Statuen und Gedenkplätz für Sir Arthur Conan Doyle waren, bis ich den Wegweiser zum Reichenbachfall sah. Mein Fanboy-Herz machte Freudensprünge. Sofort checkte ich, ob mein Weg eh am Wasserfall vorbeiführte. Und so war es auch. Der Aufstieg war schnell geschehen und ich stand vor dem imposanten Wasserfall. Auf der anderen Seite Scharen an Schaulustigen und ich alleine am „richtigen“ Weg. Nach einer kurzen Pause richtete ich meinen Hut, drehte mich mit wirbelndem Rucksack um und machte mich mit einem „Watson, wir gehen!“ auf den Weiterweg.

Hin und wieder setzte leichter Regen ein, der aber nicht weiter störte, der Nebel war heute auch wieder da, aber es gab sowieso nicht wirklich etwas zu sehen, sagte mir mein Detektiv-Instinkt. Es fühlte sich eher wie eine Übergangsetappe an. Ständig wechselte es zwischen Wald und Schotterwegen und die 2000m-Marke knackte ich heute auch nicht.

Während des Aufstiegs zum Grossen Schneidegg lernte ich auch endlich, woher die Signaltöne, die ich die ganze Zeit hörte, kamen. Da die Busschofföre nicht sehen können, ob in der Kurve jemand entgegenkommt, hupen sie, sodass die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer wissen, dass sie vermutlich keine Chance haben, sollten sie sich auf ein Duell einlassen. Beim Abstieg in Richtung Grindelwald ließ sich die Sonne, für eine Zeit blicken und ich sammelte genug Vitamin D, um für den letzten Aufstieg gewappnet zu sein.

Grindelwald selbst ist zwar eine sehr schöne Stadt, aber warum hier massenhaft asiatische Touristen herumlaufen, habe ich nicht verstanden. Und oh Mann, die gehen langsam. Ich stellte die Vermutung auf, dass es lauter Harry Potter Fans sein müssen, hatte aber nicht genügend Beweise, um sie festzunehmen. Nachdem ich mir bei einem der drei Intersports der Stadt meine Stempel geholt hatte, machte ich mich auch schon auf den Weg Richtung heutiger Unterkunft.

Neben dem Regionalzug, der über den Berg fuhr, wanderte ich die letzten 600 Höhenmeter des Tages hinauf und ich muss zugeben, kurz hatte ich die Angst, dass mein rechter Unterschenkel aufgibt. Nach einer kurzen Pause und einer Stärkung durch einen Müsliriegel, meldete dieser sich aber nicht mehr und ich schaffte es noch vor dem Regen in die Unterkunft. Die Sonne dürfte ruhig dort weitermachen, wo sie heute aufgehört hat, besonders weil die Königsetappe nicht mehr sehr weit entfernt ist!

Hard Facts:

  • Strecke: 32,2
  • Aufstieg: 2.049 m
  • Abstieg: 1.522 m
  • Höchster Punkt: 1.963 m
  • Niedrigster Punkt: 595 m

Griaß eich!

P.S.: Hier geht´s zu den Fotos!

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